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Amateurfunk - Technik - Tools

Yaesu FT-991a + FT-710 + Behringer Xenyx 1002 SFX + T.Bone BD200

Nahezu perfekte Modulation mit Mischpult und 600:600-Audioübertragern

Eine saubere Sprachmodulation ist im Amateurfunk kein Luxus, sondern entscheidet oft darüber, ob eine Aussendung angenehm, verständlich und professionell klingt — oder eben flach, verzerrt und anstrengend. Gerade auf SSB zeigt sich sehr schnell, ob ein Audio-Setup wirklich sauber aufgebaut ist oder ob irgendwo HF, Übersteuerung oder unsaubere Entkopplung mitspielt.


Nach einigen Versuchen mit unterschiedlichen Ansätzen hat sich für mich eine Lösung herausgestellt, die in der Praxis hervorragend funktioniert:

ein dynamisches Mikrofon am Mischpult, von dort aus über separate Cinch-Ausgänge und jeweils einen 600:600-Audioübertrager direkt zu den Yaesu-Funkgeräten.


Das Ergebnis ist beeindruckend: natürliche Sprache, saubere Modulation, kein unnötiger Bastelzirkus mit fragwürdigen Zusatzschaltungen — und vor allem eine Lösung, die auf allen Bändern und in allen genutzten Betriebsarten nahezu perfekt arbeitet.

Das Ziel: saubere, natürliche und stabile Modulation


Viele Funkamateure wollen mehr aus ihrer Sprachübertragung herausholen. Das ist verständlich. Ein ordentliches Mikrofon und ein gutes Mischpult können die Verständlichkeit und den Klang deutlich verbessern. In der Praxis scheitert es aber oft nicht am Mikrofon selbst, sondern an der Verbindung zwischen Audiotechnik und Funkgerät.


Typische Probleme sind:


verzerrte oder scharfe Modulation auf SSB

Brummen oder Störgeräusche

HF-Einstrahlung auf Audioleitungen

unklare Pegelverhältnisse

unsaubere Kopplung zwischen Mischpult und Mic-Eingang des Transceivers


Besonders tückisch ist dabei, dass ein Aufbau auf FM oft gut wirkt, auf USB oder LSB aber plötzlich unangenehm, kratzig oder „HF-verseucht“ klingt. Genau so ein Verhalten hatte ich anfangs ebenfalls beobachtet. Auf FM, Relais und Simplex war vieles bereits ordentlich, auf SSB war das Ergebnis dagegen unerquicklich.

Der funktionierende Aufbau


Die nun verwendete Lösung ist erfreulich schlicht:


Mikrofon: T.Bone BD200

Anschluss: per XLR ins Mischpult

Mischpult: Behringer Xenyx 1002SFX

Ausgänge: je ein separater Cinch-Ausgang pro Funkgerät

Entkopplung: pro Yaesu ein eigener 600:600-Audioübertrager

Feintuning: direkt am Funkgerät über Mic Gain


Es wird keine zusätzliche Pegelanpassung per Widerstandsnetzwerk benötigt.

Der Pegel passt in diesem Aufbau bereits so gut, dass die Feinabstimmung sauber und kontrolliert über das Funkgerät erfolgen kann.


Das macht die ganze Lösung nicht nur effektiv, sondern auch angenehm unkompliziert.

Signalweg im Detail


Der Audiofluss ist denkbar klar aufgebaut:


T.Bone BD200 XLR ins Mischpult Cinch-Ausgang links oder rechts 600:600-Audioübertrager Yaesu-Funkgerät


Da für jedes Funkgerät ein eigener Übertrager verwendet wird, sind beide Geräte sauber voneinander getrennt. Das hat mehrere Vorteile: elektrische Entkopplung, weniger Störanfälligkeit und eine deutlich robustere Signalführung.


Gerade diese Trennung ist in der Praxis viel wichtiger, als man zunächst vermuten würde.

Warum 600:600-Audioübertrager hier so gut funktionieren


Die Übertrager sind der entscheidende Punkt in diesem Aufbau. Theoretisch gibt es viele Wege, Audiosignale in ein Funkgerät einzuspeisen. Praktisch zeigt sich aber schnell: Nicht alles, was auf dem Papier funktioniert, klingt am Ende auch sauber.


Die 600:600-Übertrager bringen hier mehrere Vorteile gleichzeitig mit:


1. Galvanische Trennung


Mixer und Funkgerät sind elektrisch sauber voneinander entkoppelt.

Dadurch werden Masseschleifen und unsaubere Bezugspotentiale wirksam vermieden.


2. Weniger HF auf der Audioleitung


Genau hier liegt oft der Hund begraben.

Sobald HF in die Audiokette zurückläuft, klingt die Modulation besonders auf SSB unsauber, rau oder verzerrt. Die Übertrager helfen dabei, diese Störungen deutlich zu reduzieren.


3. Saubere Entkopplung zwischen Studiotechnik und Funktechnik


Ein Mischpult stammt aus der Audiowelt, ein Transceiver aus der Funkwelt. Beides zusammenzubringen ist möglich, aber nicht immer elegant. Der Audioübertrager wirkt hier wie ein sauberer Übergang zwischen zwei unterschiedlichen Geräten mit unterschiedlichen Eigenschaften.


4. Stabile und natürliche Sprachmodulation


Das Ergebnis ist keine künstlich „aufgepumpte“ Modulation, sondern eine klare, druckvolle und zugleich natürliche Sprachübertragung. Genau das ist das Ziel.

Warum keine zusätzliche Pegelabsenkung nötig war


In vielen Schaltungen wird sofort mit Spannungsteilern, Widerständen oder Serienkondensatoren hantiert. Das kann sinnvoll sein, muss es aber nicht. Entscheidend ist nicht, was theoretisch oft empfohlen wird, sondern was im realen Aufbau tatsächlich sauber funktioniert.


In meinem Fall war die zusätzliche Pegelabsenkung nicht mehr erforderlich.


Der Pegel des Mischpults in Verbindung mit den 600:600-Übertragern und dem jeweiligen Yaesu-Eingang liegt in einem Bereich, der bereits gut nutzbar ist. Das Feintuning erfolgt dann einfach und zuverlässig über den Mic Gain am Funkgerät.


Das hat in der Praxis zwei Vorteile:


der Aufbau bleibt einfacher

die Abstimmung erfolgt dort, wo sie ohnehin hingehört: am Transceiver selbst


Statt sich in Zusatzschaltungen zu verlieren, lässt sich die Modulation so sauber und reproduzierbar einstellen.

Das verwendete Mikrofon: T.Bone BD200


Das T.Bone BD200 hat sich in diesem Aufbau als sehr gute Wahl für Sprache erwiesen. Die Stimme wirkt präsent, klar und angenehm. Das Mikrofon klingt nicht dünn, aber auch nicht überladen. Es liefert genau die Art von Signal, mit der sich Sprachmodulation sehr gut formen lässt, ohne künstlich zu wirken.


Gerade für Funkanwendungen ist das ein wichtiger Punkt:

Ein Mikrofon darf gern charaktervoll klingen, aber es sollte Sprache nicht verfärben oder unnatürlich aufblasen. Das BD200 trifft hier einen sehr brauchbaren Mittelweg.

Das Mischpult: Behringer Xenyx 1002SFX


Das Behringer Xenyx 1002SFX macht in diesem Aufbau ebenfalls einen sehr guten Job. Es bietet genug Möglichkeiten zur sauberen Signalführung, ohne unnötig kompliziert zu werden.


Wichtig ist dabei nicht, möglichst viele Regler zu besitzen, sondern ein sauberes und kontrollierbares Signal zu erzeugen. Genau das gelingt hier sehr gut. Das Mischpult liefert ein stabiles Audiosignal, lässt sich vernünftig einpegeln und harmoniert in dieser Kombination ausgezeichnet mit den Audioübertragern und den Yaesu-Geräten.


Kurz gesagt:

Für diesen Einsatzzweck ist das Pult nicht nur ausreichend, sondern in der Praxis ein echter Volltreffer.

Die Yaesu-Anbindung


Von den Cinch-Ausgängen des Mischpults geht jeweils ein Signal über einen eigenen 600:600-Übertrager in das jeweilige Yaesu-Funkgerät. Dieser Aufbau hat sich als ausgesprochen zuverlässig erwiesen.


Wichtig dabei ist die konsequente Trennung:


ein Ausgang pro Funkgerät

ein Übertrager pro Funkgerät

kein zusammengewürfeltes Verteilen ohne Entkopplung


Genau diese saubere Struktur sorgt am Ende für Ruhe im System.


Die Feinabstimmung erfolgt direkt im jeweiligen Gerät über Mic Gain. Damit lässt sich der Modulationspegel präzise anpassen, ohne den restlichen Aufbau unnötig kompliziert zu machen.

Das Ergebnis in der Praxis


Der entscheidende Maßstab ist am Ende nicht die Theorie, sondern das, was andere Stationen tatsächlich hören.


Und genau dort überzeugt der Aufbau.


Die Modulation ist:


klar

natürlich

druckvoll

stabil

auf allen Bändern und Modi sehr sauber


Besonders wichtig:

Die Lösung funktioniert nicht nur in einer Einzelsituation, sondern breit in der Praxis — auf FM, SSB, Relaisbetrieb und Simplex.


Damit ist der Aufbau nicht nur „irgendwie brauchbar“, sondern im Alltag wirklich überzeugend einsetzbar.

Was ich aus dem Aufbau gelernt habe


Der vielleicht wichtigste Punkt ist:

Nicht jede scheinbar einfache Lösung ist automatisch schlecht — und nicht jede komplizierte Lösung automatisch besser.


Anfangs wird oft versucht, mit Kondensatoren, Widerständen und allerlei Zusatzideen das perfekte Ergebnis zu erzwingen. Das kann funktionieren, ist aber nicht immer der beste Weg. In meinem Fall war die entscheidende Verbesserung nicht irgendein exotisches Detail, sondern die saubere galvanische Trennung durch die 600:600-Audioübertrager.


Manchmal ist die richtige Lösung eben nicht spektakulär, sondern schlicht technisch sauber.

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